Mittwoch, 22. April 2015

Aller guten Dinge sind 3!

Worum gehts? Nunja letzten Freitag habe ich mein nun erstmal letztes Schülerprojekt durchgeführt und mir gedacht, dass es sicher kein Fehler sein kann, sich bei dem guten Wetter ein wenig frei zu nehmen.
3 Spots standen auf dem Programm. Genauer gesagt war der Plan wie folgt:

Samstag-Sonntag: Frankenjura
Montag: Heidelberg
Dienstag-Sonntag: Magic Wood

Der Plan steht also und so gings erstmal am Samstag Richtung Franken. Nachdem wir erst Mittags losgekommen sind standen wir natürlich mit ca 18:00 erst recht spät vor dem ersten Block in Pottenstein.
Zum Reinkommen wollten wir den Zerberus auschecken, da dieser Spannung fordert und fürs Franken doch recht angenehme Griffe hat. Nachdem ich eine alternative Beta ohne irgendwelche Hooks gefunden habe, war die Motiation fürs "Oldschool Rocks, 8A+" natürlich groß. Da geht was, doch die besondere Durchstiegserwartungen hatte ich eigentlich nicht. Manchmal ist das wohl aber das beste, da man sich nicht selbst so unter Druck setzt. Wir legten die Pads aus und ich startete einfach gleich von unten einen Go, eigentlich, so der Plan, um einfach mal wieder in den Boulder reinzuschaun. Plötzlich hatte ich aber beide Schulterleisten in der Hand und obwohl diese ziemlich feucht waren, hatte ich ordentlich Druck auf den Teilen.
Der Sprung war dann zwar nochmal spannend, der Ausstieg wurde bei dem plötzlichen Flow allerdings zur Formalität. Mega, was geht denn eigentlich ab. So kann es gerne häufiger mal laufen :-)

"Oldschool Rocks, 8A+"


Sonntags wollten wir dann seilklettern, da es doch recht warm war und wir nun auch die nötige Zeit und nicht nur die 2 Stunden vor Dämmerung zur Verfügung hatten. Pascal machte gute Fortschritte im "Black Label, 9a" und ich schaute mir nach nunmehr einem Jahr mal wieder "Burn 4 You, 8c" an. Die Züge liefen gut und ich denke, dass wir die Routen diese Saison auf jeden Fall noch bezwingen können. Fürs erste Mal einbinden im Jahr lief es zumindest ganz gut. ;-)

Eigentlich hatte ich ja jeden Tag das Wetter gecheckt und den Montag auserkoren, um nochmals "Cannibal Corpse, 8B+" zu probieren, da es an diesem Tag doch recht kühl werden sollte. 14°C ist zwar noch nicht ideal aber mit dem gemeldeten Wind doch nochmals deutlich besser als die Woche zuvor bei knappen 21°C, bei denen es nicht möglich war den Sloper zu halten. Nunja, Wetterberichte sind nunmal so eine Sache. Meistens trifft man in seinem Urlaub dann doch die 5% Regenwahrscheinlichkeit ziemlich genau. Bei mir war es jetzt umgekehrt. Der erhoffte Wind kam nicht und statt 14°C waren es dann doch wieder 20°C. Was soll man machen. Probiert habe ich es narürlich trotzdem, obwohl alles geschmiert hat, aber der Kannibale hat mich dementsprechend einfach ausgespuckt und beim letzten Zug mal wieder in den Matsch geworfen.

kurz vorm Matschbaden, nachdem der linke Sloper mal wieder wegging

Da bleibt nur die Hoffnung, dass wenigstens noch in der Schweiz auf den Wetterdienst Verlass ist. Dorthin gings nämlich mit Max für den Rest der Woche also Dienstag bis Sonntag.

Kaum angekommen machte sich schon die Freude breit, dass die Schweizer wohl den besseren Wetterdienst haben. Angenehme 14°C, wie vorhergesagt. Da wir nicht mehr viel Zeit hatten und noch im hellen Bouldern wollten gings auch nach einem kurzen Warmup am "Freiwild, 7A" dirket los ans "Elektroboogie, 8A+". Schnell Züge checken, ... läuft. 15 Minuten und 3 Gos später stand ich oben und freute endlich diese Perle getickt zu haben. Für mich ist Electroboogie definitiv einer der besten Boulder, die ich in dem Grad gemacht habe. Danach gings ans "Muttertag, 8A", dass allerding dank einem D. Graham ganz schön abgestürzt war. Dieser hat nämlich den ganzen Tag den Sitzstart "Mystic Stylez, 8B+" probiert und wir kamen halt gerade dann, als die Griffe schon unter Wasser standen. Beim Sit hält man halt die eh schon rutschige Leiste so lange in der Hand, dass diese danach unweigerlich feucht ist. Einen Vorwuf kann man also nicht machen, trockenlegen war aber nicht mehr möglich.
Egal Pads auslegen und mal schaun was geht. Fuß stellen, anblockieren, bäm, Leiste solide getroffen und aussteigen. Das war mal ein kurzer Prozess. Bei Max lief es auch nicht schlecht und er konnte trotz der abgesoffenen Griffe den Sprung einleiten und die Zielleiste berühren. Leider hat er sie trotz der guten Gos nicht gehalten, aber für ihn war es der erste und sicherlich nicht der letzte Magic Besuch.
Nachdem ich dann mit Stirnlampe noch die Sitzstartsequenzen bouldern konnte, waren wir für den Tag zufrieden und genossen mit Axel, Katinka und Finja unser Belohnungsbier.

Auch am nächsten Tag wurde hart probiert. Ich versuchte mich an "Foxy Lady, 8A" und "Deep Throat, 8B" blieb aber bei beidem erfolglos, da mich die Boulder am jeweils etzte Zug mehrfach abgeworfen haben. Max war dagegen überaus erfolgreich und konnte mit "Foxy Jump, 8A", die direkte Sprungvariante zu Foxy Lady, nicht nur seine erste 8A aufschreiben, sondern dann mit "Valentine's Day, 7A+" auch noch einen zwar leicht bewerteten aber extrem biestigen Boulder bezwingen.



Max klettert "Valentine's Day, 7A+"

Für Donnerstagmorgen stand erstmal "Sofasurfer, 8A/+", quasi als Warmup auf dem Plan und Max probierte "Foo Fighter, 7B+". Der Surfer hatte scheinbar tatsächlich seinen Sofatag, denn er machte keine Anstalten sich zu wehren. 15min später wechstelte ich also in den Supportmodus, um Max bei seinen Gos zu spotten. Foo Fighter war bei Max unglaublich knapp, denn der Boulder hat ihn nochmal ganz oben rausgeworfen. Aber der Tag war ja noch jung. Ich machte mich auf zu "Deep Throat" und knallte den Schlund im 1. Go weg. Bäm! Das hat mir soviel Spannung und Haut gespart, dass ich diese zum Auschecken vom "Steppenwolf, 8B" investieren konnte. Das Teil lief gut, warf mich dann aber doch zweimal beim Sloperzug ab und plötzlich war auch das Licht aus. Aber vom Prinzip her kann man nicht klagen: Finger nicht blutig und 2 von 5 Wünschbouldern geknipst.


"Deep Throat, 8B"


Freitag = Regentag = mein Geburtstag = Loungetag = Liquor-Friday = Bierttrinktag

Samstag gings erstmal zum "Unendliche Geschichte 2, 8A", die Max probierte, während ich in der Sonne gammelte. Leider hatte er kein Glück und fiel noch einmal ganz am Ende beim letzten Verlängern auf der Sloperrail. Gegen Mittag gings dann weiter ans "Riverbed, 8B". Den Boulder wollte ich klettern, seitdem ich das erste Mal Dosage 3 gesehen hatte. In der Zwischenzeit war ich natürlich diverse Male im Magic Wood und genauso oft auch am Riverbed, nur dass ich halt nie in der Lage war mehr als 2 Züge am Stück zu klettern.
Aber genug der Retrospektive, ich checkte die Züge und alles fühlte sich deutlich leichter an als vor ein paar Jahren (gut , wäre auch schlimm gewesen wenn nicht).
Züge gecheckt, Zeit für einen ersten Go. Alles lief super und ich staunte nicht schlecht als ich plötzlich die letzte Kante in der Hand hatte. Aufhangeln und fertig dachte ich. Aufhageln, DAB!
Den Baum hätte ich am liebsten ausgerissen, aber ich war auch sicher nicht der Erste dem das passiert ist.
Also nochmal von vorne beginnen. Nachdem ich noch einmal rausgepurzelt bin war der 3. Go dann aber recht solide und ich konnte einen meiner Traumboulder und Nummer 3 von 5 von der Liste streichen :-)
Direkt danach gings ans Steppenwolf. Griffin hatte freitags bevor der Regen kam eine Plane gespannt, die Schlimmeres verhindern sollte. Der Plan hat auch zu sagen wir 95% Prozent funktioniert. Die Solper waren dann doch etwas feucht und ein Wasserband hat sich über alles gezogen was auf Höhe der Zange lag. Für meine Beta waren das aber nur ein paar Tritte und den Ausstieg habe ich vorsorglich nocheinmal gut eingechalkt und geputzt.
Ohne Erwartungen setzte ich mich hin. Max fragte noch, ob er nicht die Kamera aufbauen solle, aber ich meinte es sei Quatsch den ersten Go zu filmen. Max hielt mit dem Handy trotzdem drauf und deshalb ist auch der Durchstieg im Kasten :-) So kann ein Tag laufen. Zweiter Doppel 8B-Tag innnerhalb von 2 Wochen. Damit konnte ich auf jeden Fall leben. Boulder 4 von 5: Check :-)


Nur die Nummer 5: "One Summer in Paradise, 8B" wollte nicht mehr klappen. Ich kann einfach mit dem 1-1/2-Fingersteller am Ende nicht viel anfangen und muss von dort die linke Leiste regelrecht anschnappen. Einzeln geht das zwar, aber von unten hat es micht dort dann noch 3 Mal rausgeworfen. 
Aber egal, wir haben zwar beide nicht alles gemacht was wir klettern wollten, aber es war definitiv eine geile Zeit, bestes Wetter und was die Ticklisten angeht, denke ich dürfen wir uns auch nicht beschweren ;-)






Samstag, 11. April 2015

Ticino Rampage Revival Trip

Es ist nun schon 3 Jahre her seit Alex und ich mehrer Tage in Brione unterwegs waren. Damals waren wir einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort und konnten uns bei traumhaften Bedingungen einige der geilsten Boulder des Gebiets abholen. Hier nochmal das Video von damals:


Es ist schon lustig wie die Zeit vergeht und man sich daran erinnert als hätte es auch erst vor kurzem sein können. Dises Jahr war der Plan derselbe. Da wir über Ostern nicht viel Zeit hatten, konnten wir nur die Kerntage von Gründonnerstag bis Ostermontag wegfahren. Aber wir dachten uns, dass die 5 Tage wahrscheinlich eh reichen werden, um uns komplett zu zerstören.
Aber ersteinmal ankommen. Da wir nicht wie geplant Mittwochnachts losgekommen sind und noch mit Tom eine kleine Oldschool-Trainingssession in Alex Keller machen mussten, gings halt erst an Gründonnerstag los, der ja eigentlich schon als erster Bouldertag geplant war. Großer Fehler!, denn nicht nur in Stuttagrt verliert man dann mal eben ne Stunde, sondern auch am Gottard, der uns mit mit 6km Stau begrüßte.
Das war mitunter auch der Grund warum wir uns entschieden den ersten Tag doch in Chironico zu verbringen, um wenigstens überhaupt noch etwas im Hellen machen zu können.
Die schlechteste Entscheidung war das nicht, denn so konnte Alex mit "Second Life, 8A+" schon mal die erste alte Rechnung begleichen. Die Begehung gibt es ohne viel Schnickschnack auch auf Video. Hier bitteschön :-)


Ich machte 2 gute Gos in "The Great Shark Hunt" lies den Hautfresser mit den geilen Zügen dann aber bleiben, da ich mir nicht direkt die Finger zerschneiden wollte. Es stellte sich heraus, dass dies kein Fehler war.

Endlich in Brione: genauso geiles Wetter, geilerer Fels, geilere Boulder und nicht ganz so geile Parkuhren.
Überall im Tal stehen jetzt Parkuhren die einem 10Fr pro Tag abverlangen. Mehrtages Tickets kosten 10Fr + 4Fr für jeden weiteren Tag. Die Teile fressen übrigens nur Kreditkarten und Münzen. Mit Scheinen kommt man also nicht weit und Wechselgeld spucken die Dinger auch nicht aus. 
Aber das ist wohl mittlerweile der Preis dafür, dass das Tal zunehmend überlaufen wird und das natürlich nicht nur von Boulderern. Vor allem wird der Ort von dicken Bonzenkarren zugeparkt, deren Fahrer sich erst über die Schönheit des Tals freuen und dann unter den nächstbesten Block scheißen! Nie wieder an Ostern ins Verzasca-Tal! 

Zuviel Aufregung ist nicht gut für den Blutdruck, deshalb nun zum Bouldern. Nachdem ich die ersten Tage immer an irgendwelchen letzten Zügen gefallen bin und eigentlich schon am Samstag wegen totaler Plättung so etwas wie meinen ersten Restday in einem Boulderurlaub machen wollte, wendete sich das Blatt.
Nach eine enttäuschenden Fahrt ans "Heritage", der leider komplett gespült war, gings wieder zurück nach Brione, wo wir abends dann noch "Entwash, 8A" probierten. Der Boulder konzentriert sich schwierigkeitstechnisch zwar auf die ersten 3 Züge, bleibt aber mental anspruchsvoll, da ein späterer Sturz auch gleichzeitig bedeuten würde, dass man sich wahrscheinlich wie unser Crashpad zuvor 8m tiefer im Flussbett wiederfindet. Testen wollten wir das nicht, weshalb ich dann auch nicht mehr loslies, nachdem die untere Crux geschafft war. 

Ab jetzt gings dann aufwärts. Am nächsten Tag mussten zwischen den Versuchen in "Vecchio Leone, 8B" und "General Disarray, 8B" die Boulder "Ponk, 8A", "Wie im Urlaub, 7C+" und "Pause Cervelas, 7C+" dran glauben. 
Ostermontag war dann der Paycheck-Day. Wir starten morgens am General und machten uns kurz im Ausstieg warm. Ein paar Gos später fand ich mich dann schon wieder an der gleichen Stelle wieder und konnte knapp in der Sonne mit "General Disarray" meinen ersten 8B Boulder im Tessin abknipsen :-)  
Aber Vecchio war ja ebenfalls knapp, also warum nicht das auch noch machen wenns schon mal läuft ;-)
Ein provisorisches Bier wurde schon mal mit in den Rucksack gepackt und dann gings wieder hoch durchs Gestrüpp an dem alten Löwen, der zumindest für mich mit "General Dissaray" zu den besten Linien im Tessin zählt. 

"Vecchio Leone, 8B"
 
Mit dem besonderen Ansporn des Belohnungsbiers im Rucksack fielen mir die Züge gleich etwas leichter und so rutsche mein Daumen bei einem Go auf einen Kristall auf der Zange, den ich so vorher noch nicht in der Hand hatte. Plötzlich konnte ich die Zange verdichten und an die Doppelleiste ziehen. Beim Ausstieg gab es dann zwar Abzüge in der B-Note, denn den Standard-Schwimmbad-Ausstieg habe ich mich irgendwie nicht getraut, aber oben ist oben und so bekam der Trip für mich einen Abschluss, den ich mir so nie vorgestellt hätte. 
Da waren mir dann auch die 4 Stunden Verzögerung bei der Rückfahrt egal ;-)




Montag, 23. Februar 2015

Delusion of Grandeur + Wetterchecker

Hier nun ein schneller Videonachtrag zum Tessintrip:


Ein Video zum kompletten Trip ist derzeit auch noch in Arbeit und wird wahrscheinlich auch noch etwas dauern. Damit man die Wartezeit nun sinnvoll mit Bouldern oder Klettern draußen verbringen kann, hab ich mal ein paar Wettergadgets zusammengetragen.
Weitere Destinationen werden folgen :-) Ich hoffe es gefällt!

Hier gehts zur Wetterchecker-Seite

Donnerstag, 22. Januar 2015

Sonnetanken im Tessin

Das Wetter in Deutschland lässt ja seit November schon echt zu wünschen übrig und so war die Vorfreude auf den diesjährige Silvestertrip ins Tessin um so größer. Natürlich ist bei längerer Planung und vor allem mit gebuchter Hütte auch dabei das Wetter ein Glückspiel, aber was uns erwartete war ein 6er im Lotto :-) ... wäre da nicht:
Ja ganz so schnell gings aber leider nicht, denn am Tag der Abreise zeigte sich Deutschland nochmal von seiner richtig schlechten Seite. Der 27.12 war der Wintereinbruch schlechthin und so gings bei fast 40cm Neuschnee auf der Autobahn entsprechend langsam voran. Nach gerade mal 9 Stunden hatte ich dann aber auch die knapp 600 km hinter mich gerbracht. Schließlich hatte ich dann auch Max  in Thayngen eingesammelt und wir freuten uns auf die Ankunft auf der südlichen Gotthardseite, in der Hoffnung, dass dort entsprechend dem Wetterbericht kein Schnee gefallen sei, doch wir wurden eines Besseren belehrt. Es sah einfach genauso aus wir vor dem Tunnel. Überall die weiße Pest soweit das Auge reicht!
Nach einer recht erfolglosen Nightsession am Alphane Moon mit dickem Schädel vom ganzen Autofahren hofften wir einfach auf die nächsten Tage die Sonne pur versprachen. Und so war es dann auch.
Da wir - das sind Tom, Max, Alex, Jan und ich (ein paar Tage später dann noch Jochen, Miri, Paula, Jens, Enzo, Miri, Kälble, Klara und Robin) - in Cresciano die reine Schneeschmelze erwarteten, machten wir uns stattdessen auf in den Centrale-Sektor von Chironico, da wir hofften, dass dort einige Leute ebenfalls unterwegs seien und eventuell schon ein paar Boulder schneefrei wären. Pustekuchen! Niemand hatte auch nur einen Fuß ins Gebiet gesetzt und wir waren quasi alleine unterwegs. Die vordersten 20cm der Mantle waren aber bei vielen steilen Bouldern schon abgetaut und so konnten wir uns ein paar Begehungen mit Winterflair sichern. Alex toppte "Les Doits Verts, 7C+", Max und Jens holten sich jeweils eine Begehung von "3°Cane, 8A" ab und ich konnte "Le Pilier, 8A" toppen.

Alex  in "Les Doits Verts, 7C+"
 
  "Le Pilier, 8A"
Da Tom, wie ich zwei Monate zuvor, nun auch das Innenband im Knie beim Ägyptern zerlegt hat, checkte er noch nachts "Delusion of Grandeur, 8A+" aus, bei  dem man sein linkes Bein nicht wirklich braucht und kürte dieses dann auch zum Urlaubsprojekt, da alle Züge schmerzfrei machbar waren.
Das war dann aber gleich auch der letzte Tag mit einem Hauch von Winter, denn ab jetzt gabs Sonne pur und das ohne Wolken :-) Und da dir Bedingungen auch nicht schlechter wurden, wurde die Tickliste von Tag zu Tag länger: So knipste Robin unter anderem "The Arete with the Pocket, 7C+", "Delusion of Grandeur, 8A+" und gleich zweimal "Amber, 8A+" ab. Die extra Wiederholung gabs für die Kamera :-) Max tickte noch "Blochx Addiction, 8A" und "Le Vent nous portera, 7C+".

Robin in "Amber, 8A+"
 
Max toppt stilsicher "Le Vent nous portera, 7C+"
Letztere wurde auch von Jens abgehakt, der nebenbei auch noch "Molonk, 7C" flashen konnte. Alex holte sich die Erstbegehung von "Yoshi's Island, 7C+" und ich konnte mit " La Pelle, 8A", "La Boule, 8A", "Junge Book sit, 8A", "Frank's wild Years, 8A", "Kirk Windstein, 8A" und Delusion of Grandeur, 8A+" auch noch ein paar 8er von meiner einstigen Endgegnerliste abhaken.

"Kirk Windstein, 8A"


Das emotionale Highlight sicherte sich dann Tom, der einen Tag vor Heimreise auch noch eine Begehung von "Delusion of Grandeur, 8A+" abholen konnte.

Tom besiegt " Delusion of Grandeur, 8A+"


Freitag, 9. Januar 2015

R.I.P - Black Pearl 8A+

Tja es gibt diese Momente wo man sich fragt, was eigentlich in Leuten vorgehen muss die durch die Gegend laufen und Boulder chippen. Frust, Selbsthass oder irgendeine Störung. Ich habe keine Ahnung, aber das Verändern von Griffen und Tritten an Bouldern ist aufs Äußerste verachtenswert. Nicht nur dass man sich selbst betrügt sondern man verschandelt den Boulder für immer und nimmt auch allen anderen die Möglichkeit sich an diesem zu probieren.
Zwischen den Jahren war ich mit einigen Freunden im Tessin unterwegs, unter anderm auch am Black Pearl, das der Alex ja noch offen hatte. Auf der Hinfahrt hatte mich schon ein Kumpel gefragt, ob da was manipuliert wurde und daher wollten wir uns das mal genauer anschauen. 

Der Boulder so wie er einmal war ist nicht mehr vorhanden. Die komplette Crux wurde gewissermaßen entfernt und durch einen Henkel ersetzt :-(
Hier mal ein paar Fotos zum Vergleich. So sah der Boulder in seinem ursprünglichem Zustand aus. Die rot eingekreisten Stellen sind die, wo deutlich manipuliert wurde:


Das war am 05.03.13. Gabriele Moroni hat das Teil ein paar Tage später am 26.03 wiederholt und auf seinem Video scheint auch noch alles im Originalzustand.

Auf dem Video von Marco Zanone sieht das anders aus. Am 27.12.13 hat dieser 'Black Pearl' wiederholt, allerdings sind auf dem Video schon deutlich Veränderungen an den Griffen zu sehen:


Man kann also den Zeitraum des Chippings erstmal nur auf die Zeit vom 26.03-07.12.13 eingrenzen. Anfang 2013 fielen auch einige Boulder in Chironico einem Chipper zum Opfer. So ist auch Komilator und Vitruvian Man ruiniert. Auf den folgenden zwei Bildern ist die gechippte Leiste, die mittlerweile wahrscheinlich durch viel Probieren und einiges Bürsten eine Art Henkel für knapp 2 Fingerglieder geworden ist, und die ausgekratzte Trittleiste, die man jetzt auch festhalten kann, zu sehen:


Es ist wirklich schade um den schönen Boulder der einer der Besten im Tessin war und nun dank einem gestörten Irren für immer zerstört wurde und vielleicht noch im 7C Bereich rangiert.

Rest in Peace - Black Pearl 8A+

Donnerstag, 27. November 2014

22. Exhaus Bouldercup -----> 20.12.2014


Bald ist es wieder soweit: Der legendäre Exhaus-Cup geht in die 22. Runde.
Also stählt eure Finger, eure Körper und euren Geist, denn Geschenke gibts bekanntlich erst an Weihnachten ;-)

Hier die Fakten:
Fast 80 Boulder von beinahe leicht bis bretthart warten am Cup auf eine Begehnung.
Start der Quali ist um 11Uhr. Ihr dürft aber auch schon um 10:00 rein um euch bei einer Tasse Kaffee mental auf den Tag vorzubereiten :-) Die Qualirunde läuft nach einem Laufzettelprinzip, indem ihr eure geschafften Boulder in einen solchen eintragt und entsprechend Punkte dafür kassiert. Je schwerer der Boulder, desto mehr Punkte! Ihr könnt euch also überlegen, ob ihr viele leichtere oder wenige Bretter bouldern wollt.

Die 6 Damen und Herren, die über den Tag die meisten Punkte gesammelt haben treten dann im Finale um 19:00 gegeneinander an. Alle anderen genießen die Show und feuern natürlich ihr favoriten ordentlich an. Dazu wird natürlich Bier gereicht, damit die Atmosphäre trotz des ganzen Chalks nicht zu trocken ist :-)

Der ganze Spaß kostet wie immer läppische 15 Euro incl. krassem Exhaus-Cup-T-Shirt.

Am Ende gibt es natürlich auch ein paar Preise unserer großzügigen Sponsoren: Casper's Climbing Shop, Gebro-Verlag, Monkee, Jung, Marmot, Ocun und Climbskin

Sonntag, 24. August 2014

powerplaying

21. August 2014. Ich schreibe das Datum hier nur nochmal hin, um zu betonen: wir haben eigentlich Spätsommer! Zumindest sollten wir das haben. 
Seit 3 Wochen nun hat sich bei Klaus und mir ein regelmäßiger Ablauf entwickelt.
Nach meinem Unimeeting dienstags abends ins Frankenjura fahren, um morgens am Tag darauf an der Burg Rabenstein früh zu starten und die 2 Stunden ohne Sonne im "Microchips direkt, 8b" auszunutzen, die Klaus jetzt schon eine eine ganze Weile probiert. Ich mache mich dann in den leichteren Touren warm, um später am Zwergenschloss "Powerplay, 8c"
zu probieren. Mittlerweile nun seit einem Jahr. Irgendwie hat es nie so richtig gepasst. Mal war es zu warm dann waren wir zu schwach oder halt beides zusammen.
Diesen Mittwoch war es irgendwie anders. Wohlgemerkt wir haben August. Es hatte 15°C Tageshöchsttemperatur und Wind. Was bitte ist denn mit dem Sommer los? Wenn auch kein Strandwetter, dann wenigstens ideale Grundvoraussetzungen um seine Projekte zu knipsen.

10:00 Uhr, Burgrabenstein:
Klaus hängt wie immer die Exen ins "Microchips direkt" und ich klettere einen Warm-Up. Ohne Erwartungen macht Klaus seinen ersten Versuch und hält plötzlich den rechten Sloper, kann seinen linken Fuß hochsetzen, Weiterschnapper links, nun nur noch Füße umstellen um den Umschnapper für rechts anzusetzen und den letzten schweren weiten Zug einzuleiten. Leider verpasste er das rechte Loch und sein bis dato bester Go endete im Seil.
Auf meine Frage hin, ob er den weiten Zug nicht auch von dem schlechten Griff (erster rechter Sloper) aus einleiten könnte, probierte er es und es schien tatsächlich zu klappen.
Also nochmal pausieren. Die Sonne lugte aber mittlerweile auch schon ums Eck, so dass man die Tour eigentlich gar nicht mehr probieren konnte. Nicht weil es zu warm wurde, sondern weil man das Gefühl hatte zu erblinden, wenn man es auch nur wagte auf die Griffe rechts um die Kante zu schielen. 
Klaus stieg trotzdem ein und während er im Nohand unter Crux stand, sah auch er keine Chance und wollte nur noch Züge einschleifen. Plötzlich jedoch verdunkelte sich der Himmel und Wind kam auf. Entschuldigt bitte die Dramatik aber eine dicke Wolke reicht auch manchmal aus um neue Hoffnung aufkommen zu lassen ;-)
Diesmal liefen die Züge noch flüssiger und wieder hielt der linke Sloper. Nun der Versuch mit der neuen Beta: Linken Fuß positionieren, schnappen und halten. Gerade so blieb Klaus mit den Fingerspitzen am Zielgriff kleben. Jetzt nur nichts mehr anbrennen lassen, denn bis zum Top wartet auch noch ein solider 9er. Ein bisschen wackelig arbeitet sich Klaus über die letzten Meter und klippte die Kette. Geil, so kann doch ein Frankentrip beginnen. Also weiter ans Zwergenschloss.

Nun war ich an der Reihe. Exen hochhängen und den ersten Versuch wagen. Leider bekam ich den Untergriff in der Gufel nur mit drei Finger und mit denen nicht mal richtig. Den Ägypter setzte ich trotzdem an, obwohl ich eigentlich wusste, dass ich niemals bis zum Zwischengriff kommen würde, von dem man den Untergriff nachsortieren kann. Naja, wieder mal ein 100%-Tag aber keinen Saft auf den Fingern. Irgendwie fühlte ich mich schwach und so endeten auch Versuch zwei, drei und vier alle im Untergriff; mal mit Ägypter mal ohne. Wird wahrscheinlich wieder nichts. Aber auch wie Klaus wollte ich wenigstens die Züge nochmal spulen und abbauen musste ich ja auch noch.
Nache einer Stunde Pause stieg ich nochmal ein. Der Grip war die ganze Zeit vorhanden. Es lag also nur an mir. Diesmal erwischte ich den Untergriff satt, Ägypter setzen passt, Zwischengriff check und nun Vollgas zum Sloper. Mit Zeige- und Mittelfinger blieb ich hängen und konnte ihn nachsortieren. Geil! Jetzt nur noch die letzten schweren Meter machen. Die Züge bis zur ersten Kelle waren ja auch nicht geschenkt. Völlig gepumpt schaffte ich die Leistenzüge gerade noch so und war gedanklich schon durch. Großer Fehler, denn beim Zug in die Kelle poppt plötzlich mein rechter Fuß vom Tritt. Dieser war zwar poliert aber damit habe ich nun wirklich nicht gerechnet. Ja und weg war ich. Ich hätte in die Kelle hineinbeißen können, aber mit dem rechten Fuß gings dann auch abwärts und ich hatte mir wohl die knappeste Nichtbegehung aller Zeiten gesichert.

18:30: Nach einer weiteren Pause setzte ich einen letzten Versuch. Einmal geht noch dachte ich, obwohl mittlerweile alles platt war und mich nun das 8. Mal für den Tag eingebunden hatte.
Wieder traf ich den Untergriff perfekt und nun lief auch der Zug an den Sloper irgendwie solider.
Dafür war ich ungefähr 3mal so gepumpt wie im Versuch zuvor. Egal jetzt durch. Jetzt oder nie! Diesmal hielt der Fuß und obwohl meine Finger schon aufgehen wollten erreichte ich den Henkel.
Nach ein paar Minuten schütteln setzte ich die letzten Meter an und klippte den Umlenker.
Damit hatte ich wirklich nicht mehr gerechnet. Besser konnte der Tag für uns gar nicht enden :-)
Ein paar Bilder (Thomas Breuer) gibts auch, zwar schon ein paar Tage älter, aber besser als nichts:


Gefeiert wurde der Tag natürlich mit Schäuferle und Kellerbier vom Krug. Vielleicht hatten wir an dem Abend auch ein paar Bier zuviel und vielleicht waren wir diejenigen, die an dem Abend das breiteste Grinsen in der Gaststätte auf dem Gesicht hatten. Irgendwie war uns auch egal, dass uns alle für Motorradfahrer hielten, wahrscheinlich weil wir so abgeranzt ausgeschaut haben. Aber wir dachten, das hätten wir uns verdient :-)