Montag, 24. März 2014

Wir waren Helden + Summer Challenge

Nachdem ich letzten Montag leider im ersten Go den Heelhook in der Crux vom "Wir waren Helden, 8B" ausgebrochen hatte, war natürlich klar, dass ich sobald meine Klausur geschrieben war, wieder dorthin musste, um zu checken wie sich der Crux-Zug nun anfühlt; natürlich auch mit dem Ziel das Ding zu klettern.
Geändert hat sich nicht viel, doch meine Beta musste ich ein wenig umstellen. Da der vordere Teil des Hooks nun nicht mehr vorhanden war, probierte ich nun doch mal die Beta von Alex und Julius aus und angelte den Tritt schon frühzeitig mit der Spitze, um aus dem hinteren rechten Toehook den linken Fuß anschließend zu verklemmen. Dies klappte relativ gut und abgesehen davon, dass man den Schwung etwas anders koordinieren muss, ist der Zug an und für sich der selbe geblieben. 
Ich hab ja jetzt oft geschrieben, dass ich gute Bedingung hatte, aber dieser Freitag setzte allem nochmal die Krone auf. So viel Wind hatte ich an dem Boulder noch nie und auch das Topout hatte ich zuvor noch nie trocken gesehen. Da es samstags regenen sollte war der Freitag somit der letztmögliche und gleichzeitig wohl auch der perfekte Tag das Teil zu klettern. Nachdem ich den Zug nochmal neu eingeschliffen hatte machte ich auch gleich Go's von unten. 
Diese fühlten sich stets gut an und im dritten Versuch blieb ich schließlich an der Schulterleiste hängen.
Jetzt nur nicht mehr verhauen dachte ich, aber da das Topout ausnahmsweise mal nicht flutschig war wie ein alter Spülschwamm, konnte mich dieses auch nicht mehr abwerfen. Yeah! Erste 8B abgeknipst. 
Da die Sache schneller ging als erwartet gings danach noch ans Mindfreak, dessen Sitzstart ich noch offen hatte. Auf die Definition: "ohne Kante" verzichtete ich allerdings und kletterte den Start so wie es mir am logischsten erschien. An der Schwierigkeit ändert sich dadurch im Vergleich zum Stehstart nicht viel, aber im Sitzen zu starten komplettiert doch die Linie. Ich weis leider nicht wie der Erstbegeher dies bewertet hat, aber ich denke ne harte 7C+ kommt schon hin. Drunter hätte ich es nicht verkauft, aber das mag Ansichtssache sein. Ein Video von beiden Bouldern gibts auch. Ich hoffe es gefällt:



Von der RLP-Meisterschaft im Rocktown erzähl ich lieber mal nix ;-) Irgendwie hatte ich den Freitag noch in den Knochen und schied leider mit dem 11. Platz knapp aus und verpasste so das Finale der besten 10. Beeindruckend war auf jeden Fall der Sieg von Moritz Hans, der als einziger alle Finalboulder toppen konnte.
Gestern wurde die Halle dann wieder mit 100 neuen Bouldern bestückt. In wenigen Stunden startet im Rocktown nämlich die Summer Challenge bei der diese 100 Boulder zu toppen sind. Der heute startende Event ist die erste von drei Runden und endet am 11. Mai. Alle Infos hierzu gibts auf der Rocktown-Homepage. Also nichts wie hin und Boulder sammeln :-)





Dienstag, 18. März 2014

An Tagen wie diesen...

...wenn dir die Pfalz mit aller Macht mitten ins Gesicht schlägt:
Was ist passiert? Am Donnerstag steht bei mir eine wichtige Prüfung an und gestern war so gesehen der letzte mögliche Tag vor dem angekündigtem Regen "Wir waren Helden" zu klettern. So fuhr ich morgens mit Max los, um dieses Ziel abzuknipsen, bevor es die Bedingungen nicht mehr zulassen würden.
Am Block wurden wir mit abartigst guten Verhältnissen überrascht. Blauer Himmel, staubtrockener Fels und Wind der regelrecht die Matten weggepustet hat. 
Also den Ausstieg schnell nochmal checken und den Cruxzug, den Hochhacker von dem seichten Untergriff auf die rechte Schulterleiste zwei-, dreimal einspulen. Läuft, dachte ich und setzte einen Versuch von unten an. Noch halbwegs frisch kam ich am Untergriff an und sortierte diesen nochmal nach. Beim Ansetzen des Zugs gings dann aber mit einem fetten Knacken abwärts. Der linke Heelhookklemmer hat sich mit einem mal verabschiedet. In dem Moment hätte ich einfach nur laut schreien können. Um ehrlich zu sein: Hab ich auch. 
Ein gewisser Selbsthass kam zudem auch noch auf, dass ich den Hook zerstört hatte, aber es half alles nichts. Weiteres Probieren war ausgeschlossen :-(

Deshalb nochmal eine Bitte an Alle: Auf gar keinen Fall Boulder probieren, deren Griffe feucht sind.
Wenn dies der Fall ist, ist der Fels deutlich weicher als normal. Also wartet nach Regenperioden ein paar Tage ab bis ihr wieder die Griffe in die Hand nehmt, denn wie man sieht kann auch was brechen, wenn die Bedingungen perfekt sind.
Und putzt gefälligst eure Ticks weg. An allen Bouldern an denen ich zuletzt war, wurden weder die Griffe sauber gemacht noch die Ticks entfernt. Besonders schlimm wars am "Edel und Stark". Ist schon ne Schweinerei und sieht für Wanderer, Jäger etc. auch nicht gerade schön aus.

Max checkt die Züge von "Lost Highway"
Schließlich musste man die Bedingungen ja noch irgendwie nutzen und den Tag trotz des madigen Starts irgendwie genießen. Dort zeigte sich die Pfalz dann wieder von ihrer netten Seite, sodass wir uns ein wenig von dem Faustschlag am Morgen erholen konnten.




wunderschöner Sonnenuntergang

Freitag, 14. März 2014

Edel und Stark

Das Mega-Hoch der letzten Wochen neigt sich leider dem Ende zu. Heute wird wohl der letzte richtige Sonnentag, drum wollte ich gestern nochmal die Gelegenheit nutzen ein paar Moves in der Pfalz zu machen, obwohl ich eigentlich an den Schreibtisch gefesselt bin. Das wird dann halt die nächsten Tage nachgearbeitet.
Wer also heute nicht studieren, arbeiten oder sonst was machen muss, Crashpad einpacken und Bouldern fahren. Jetzt sofort ;-)
Ich will hier jetzt auch nicht mit viel Text langweilen, deshalb lange Rede kurzer Sinn:
Ziel: "Edel und Stark, 8A", terminiert am 13.03.2014, 13:50 Uhr

Ein Video gibts auch. Hier bitteschön :-)

Freitag, 7. März 2014

Haka + Leistenschild

Man kann es eigentlich gar nicht glauben was gerade wettertechnisch in Deutschland abgeht. So lange trocken und sonnig an einem Stück war es schon lange nicht mehr. Während ich Dienstags noch den Mainzer Plastiktempel mit neuen Bouldern bestückte, konnte mich tagsdrauf nichts mehr halten.

Sunshine bouldering :-)

Mittwochs gings mit Gregor zum Cannibal Corpse nach HD, wo ich zum ersten Mal den Seitschnapper von unten halten konnte, dann aber beim Zurückpendeln nach dem Sprung abtropfte. Der Versuch danach war noch besser und ich konnte den Sprung halten und die nächsten Züge, also quasi das Topout anklettern. Leider streifte ich beim Sprung leicht das Pad, weshalb ich dann loslies, mich ordentlich ärgerte, zugleich aber auch riesig freute endlich Gewissheit zu haben, dass ich den Boulder klettern kann. Jetzt heist es dann nur noch auf den richtigen Tag warten :-)
Da der rechte Ringfinger nach jedem Tag am Kannibalen aussieht, als hätte sich ein solcher daran den Hunger gestillt und ich den Finger getaped leider nicht in den Untergriff bekomme, stand tagsdrauf die Pfalz auf dem Plan. Einige schwere Boulder gibt es ja noch zu besiegen und gestern sollten es das Leistenschild und Haka sein.





Samstag, 15. Februar 2014

3 Tage dem Regen entkommen: Bouldern im Bahratal

Da ich nach der Prüfung am Dienstag ein paar Tage frei hatte, wollten Pascal und ich natürlich raus an den Fels. Alex und Milena schlossen sich auch noch an, nur die Frage nach einer regenfreien Zone blieb offen.
Fontainebleau: Regen, Tessin: Regen, Frankenjura: Regen, Pfalz: Regen 
Es schien als sei es innerhalb eines Radius von 500km überall schlecht und das ohne Aussicht auf Besserung. 
Schließlich checkten wir das Wetter im Osten, genauer gesagt im Dresdener Raum und oh Wunder hier sollte es nicht regnen. Wie das Gallische Dorf schien sich diese Region dem schlechten Wetter unbeugsam entgegenzustellen. 
Da keine Auswahl bestand war das Ziel sofort klar. Es geht ins Bahratal. Da nach der Schneeschmelze die Ausstiege dort sehr lange nass bleiben beschränkten wir uns auf den uns empfohlenen Sektor Schlachthof.

Alex vor dem Schlachthof-Block
Als wir die Blöcke sahen, gab es kein Halten mehr. Kompakter Sandstein, absolut trocken, dazu blauer Himmel und das wohl drei Tage lang. 
Nach einem kuzem Warm-Up in "Wild East, 7A", dessen gechippte Löcher übrigens wieder zugespachtelt wurden, versuchten wir uns an den schweren Sachen. Alex konnte schnell den "Schädelknacker, 7C+" abknipsen, der mir allerdings den linken Knöchel und das rechte Knie mit seinen wilden Klemmhooks mehr zerknackte als angenommen, sodass ich den Bloulder leider nicht mehr probieren konnte. 
Also probierte ich "Hackfleisch, 8A", das seinem Namen alle Ehre macht und einem den rechten Zeigefinger ganz schön zermetzgert. Am ersten Tag musste ich mich jedoch geschlagen geben, konnte aber mit einem Flash von "Motivation, 7B+" den Tag noch glücklich beenden und hatte mir gerade so noch das Feierabendbier verdient. Weniger wegen der Schwierigkeit, als wegen des abartig nassen Top-Outs, bei dem der Fear-Faktor trotz halbwegs großer Griffe nicht zu unterschätzen war.
Das Hackfleisch konnte ich am zweiten Tag dann mit neuer Energie direkt im ersten Go wegknallen, um dann die gigantische Kante "Kato, 8A" zu probieren. Dieses Teil ist nicht nur optisch eine der fettesten Linien im Gebiet, sondern hat dazu auch noch geile Kompressions-Züge. 



Insgesamt kann man sagen, dass die Felsqualität von dem was wir gesehen haben wirklich bemerkenswert ist und es einfach Laune macht im Bahratal zu klettern. Das Gebiet bei Dresden ist auf jeden Fall absolut empfehlenswert, wenns überall sonst mal wieder regnet.

Gute Laune hatten wir bei den ganzen coolen Bouldern auf jeden Fall
Jede Menge Infos zu dem Spot gibt es auf: www.gulag-online.de

Besonders bedanken möchten wir uns nochmal bei Jan, der uns für die drei Tage ein Dach über dem Kopf organisiert hat. Dankeschön :-)

Mittwoch, 5. Februar 2014

Pfalzaction

Eigentlich sollte ich gerade ja an meiner Physikauswertung schreiben, allerdings habe ich festgestellt, dass ich mich viel zu leicht von diversen Dingen ablenken lasse, wie zum Beispiel ungeschnittenes Videomaterial.
Worum gehts? Nun ja, ich habe ja bereits geschrieben, dass der Pimp Legionär auf jeden Fall eine Wiederholung braucht. Da sich die Geschichte nicht von allein erledigt, mussten wir also nochmal an den Block. In Anbetracht der Tatsache, dass es die nächste Zeit nur noch regnen soll, düsten Alex, Gregor und ich gestern nochmal hin und nutzen die wahrscheinlich letzten Sonnenstrahlen dieser Woche.

Gregor checkt die Züge vom Pimp Legionär, 8A
 
Die Züge fühlten sich zwar anfangs noch etwas steif und unkoordinativ an, aber relativ schnell merkten wir, dass wir doch um eine ganze Ecke frischer waren, als nach den Versuchen im Bunga Bunga die Woche zuvor. Nach und nach liefen die Moves wieder und selbst der Aufhangler fühlte sich deutlich leichter an als angenommen.

Nachdem ich im ersten Go gleich über diesen hinauskam, jedoch leider im Riss verhungerte, war mir doch irgendwie klar, dass es an diesem Tag noch klappen könnte.
Nach einer kurzen Pause machte ich erneut einen Versuch. Diesmal hielt der Fußklemmer im Riss und ein paar Züge später stand ich oben auf dem Block im Nohand und freute mich über die wahrscheinlich erste Wiederholung des Boulders.



Aber hatte ich den Boulder wirklich sauber wiederholt? Wie ihr auf dem Video seht starteten wir an dem rausstehenden Griff im Sitzen, was uns allen am logischsten erschien. Zumindest war es ein wesentlich offensichtlicherer Start als der Hockstart an der Schuppe links im Dach, von wo aus Pascal den Boulder damals erstbeging.
Ich hörte schon die Ethikkommission schreien: "Nein, das zählt so nicht! Aber du kannst das sicher ja nochmal richtig klettern!"
Da ich darauf keinen Bock hatte und ich auch mein Gewissen bereinigen wollte, ob unser "Pimpstart" zum Pimp Legionär auch wirklich genauso schwer ist wie das Original, gab es nur einen Weg das hinauszufinden. Klar, ich wollte der Ethikkommission zuvorkommen und den Originalstart von der Schuppe auch noch klettern.
Nach kurzem Auschecken, es ändern sich wirklich nur die ersten zwei Züge marginal, machte ich erneut Gos und kurze Zeit später stand ich auch mit diesem Start oben auf dem Block. GEIL !!!
Ich denke vom Grad her nehmen sich die beiden Startvarianten nichts. Das Original ist für Kurze jedoch deutlich undankbarer, da man wesentlich gestreckter ist. 
Unsere Variante dagegen startet an dem größtmöglichen Griff und konsequenterweise im Sitzen. Dadurch muss man den ersten Seitgriff von unten anlaufen, was garantiert nicht leichter ist als von Links kommend. Kann ja jetzt jeder für sich entscheiden, ob er das Original oder den Pimpstart klettert ;-)

Anschließend ging es noch zum "Lord Nelson, 7C", der uns vom Julius empfohlen wurde. 
Den Boulder konnten wir alle drei regelrecht zerlegen, sodass hier der Zustieg tatsächlich länger dauerte als das eigentliche Bouldern.
Gelohnt hat es sich aber auf jeden Fall, denn der Lord wartet coolen Zügen und Strukturen auf. Mit einem fetten Untergriff zieht man in ein riesiges Loch, um von dort aus an Toehooks hängend kleinste Leisten bis zu einer riesigen Schuppe, an der der Boulder topt, durchzuziehen.
Da wir doch etwas schneller waren als geplant, hatten wir auch noch etwas von der Abendsonne und unser Feierabend-Bier nach dem mehr als erfolgreichen Bouldertag auch definitiv verdient.

Sonntag, 2. Februar 2014

Bunga Bunga

Wer sich fragt was mit dem seltsam anmutenden Titel gemeint ist, der kennt noch nicht einen der geilsten Dachboulder in der Pfalz.
Während einer langen Pokerrunde im Hause Busch entschlossen wir, das sind Alex, Gregor und ich, uns am nächsten Morgen in die Pfalz aufzumachen, um eben besagten Boulder abzuknipsen. "Bunga Bunga, 8A" ist am selben Block wie der "Pimp Legionär, 8A" den wir dementsprechend nach getaner Arbeit ebenfalls noch probieren wollten.
Erstmal mussten wir aber nach Bobenheim-Roxheim, wo Alex sein Auto geparkt hatte, um seine Klettersachen abzuholen. Wer weis wo das liegt, hat auch nen Plan was für einen lustigen Knick wir von Mainz nach Johahennskreuz gefahren sind. Aber der Tag war ja noch jung und wir uns gewiss, dass wir uns an den beiden Bouldern eh völlig zerstören würden, bis die Sonne untergegangen ist.
Nachdem es bei unserem letzten Besuch wesentlich zu feucht an dem Block war, um die Sachen zu probieren, war es dieses Mal perfekt. Wir saßen bei geilen Bedingungen in der Sonne und konnten auch einfach mal nur chillen wenn wir eine Pause brauchten ohne gleich befürchten zu müssen komplett vor Kälte zu erstarren.

Hier das Video zu dem Boulder:


Anschießend probierten wir noch den "Pimp Legionär" der übrigens bis dato noch keine Wiederholung hat. Die Einzelzüger erschlossen sich uns recht schnell, allerdings bin ich glaube ich noch nie so auf die Zerreißprobe gestellt worden und das meine ich wörtlich.
Vielleicht war der Legionär an diesem Tag auch einfach zu pimp für uns, sodass wir unsere fetten Körper nicht auf den Block bewegen konnten ;-)